LAGUIOLE mit Korkenzieher KNIFE OF THE YEAR 2010

Im Vergleich mit den Messern anderer Regionen ist die Linienführung eines LAGUIOLE sehr schlank und elegant … ungewöhnlich für ein Messer, das seine Wurzeln im bäuerlichen Umfeld und in einer abgelegenen Region hat. Aber das Überraschende ist, daß es perfekt in der Hand liegt. Kein anderes Messer hat Architekten, Designer und Kreative so sehr zur Auseinandersetzung mit seiner Form gereizt wie das LAGUIOLE 

 

Die Geschichte der LAGUIOLES wird im Volksmund in zahlreichen Legenden erzählt. Der Historiker Christian Lemasson hat die Entstehungsgeschichte genau erforscht und in seinem Buch L'HISTOIRE DU COUTEAU DE LAGUIOLE veröffentlicht. Das Buch haben wir zusammen mit Thomas Mößer übersetzt, die deutsche Ausgabe ist unter dem Titel DAS LAGUIOLE-MESSER im Wielandverlag erschienen. Sie finden es auf der Website im Menü „BÜCHER“.

Hier eine Zusammenfassung:

- die erste Schmiede, die 1828 in dem Dorf Laguiole gegründet wurde, war die Schmiede MOULIN. Jean-Pierre Calmels, der als Erfinder der LAGUIOLES gilt, ließ sich erst 1829 in Laguiole nieder. Es ist umstritten, ob er an der Entwicklung der ersten LAGUIOLES überhaupt beteiligt war.

- das LAGUIOLE entstand NICHT in der Form, die wir heute kennen. Es hat KEINE verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem häufig erwähnten CAPUCHADOU oder dem spanischen NAVAJA, weder konstruktiv noch entwicklungsgeschichtlich.

- die Biene hat nichts mit dem Wappentier Napoléons zu tun, der 1825, eine Generation, bevor das erste LAGUIOLE entstand, starb.

- das „Schäferkreuz“ war KEINE Dekoration für die Schäfer und wurde in dieser Funktion auch nicht benutzt.

 LAGUIOLE, RUE DE VALAT, Straße der Schmiede Quelle: LE LAGUIOLE von Philippe Saglio & Philippe Wolf, 1981

LE CAPUCHADOU

SAINT-ETIENNE STEPHANOIS

SAINT-ETIENNE JAMBETTE
Quellen: L'HOMME ET SON COUTEAU, M.PRIVAL/R.ROUQUIER,
Edition Creér 2001

 

 

 

 

Die Tradition der Messerschmiede beginnt im Jahre 1828, mit der Ansiedlung des Schmieds MOULIN. Ein Jahr später folgten GLAIZE und der damals 16-jährige Pierre-Jean CALMELS. Später kamen die Schmiede Rascalou, Basside, Mas und Pagès hinzu.

 

 

Bis 1850 schmiedete man in Laguiole ausschließlich Werkzeuge für Bauern. Kochmesser und einfache Taschenmesser vom Typ ST-ÉTIENNE.

 

Man weiß es deshalb so genau, weil ein Schreiben des Bürgermeisters M.Salette von 1850, existiert, der eine Anfrage beantwortet:  « ... le couteau fabriqué à Laguiole est le CAPUCHADOU, sa lame est épaisse, pointue et ne se ferme pas ... » ... (das in Laguiole hergestellte Messer ist das CAPUCHADOU. Seine Klinge ist kräftig, spitz und es läßt sich nicht einklappen...). Die Wende hat demnach zwischen 1850 und 1860 stattgefunden, denn er schreibt im Jahr 1860 in einem anderen Brief an einen Messerschmied in Châtellerault, daß man „ ... die Messer nun perfektioniert habe und daß sie eine Eleganz erreicht haben, die ihnen bis 1850 fehlte …“

 

YSSINGEAUX

LAGUIOLE-1850

Ressort eines LAGUIOLE 1850 mit linsenförmiger Mouche

LAGUIOLE 1850 in der Mitte Quelle: catalogue de la coutellerie PAGÈ 1896, Musée de la  Coutellerie, Thiers

 

LAGUIOLE-1850, Griff weißer Knochen
LAGUIOLE 1850, Griff schwarze Hornspitze


DAS LAGUIOLE von 1850 oder LAGUIOLE-DROIT

Das erste LAGUIOLE lehnt sich an das in der Region bekannte YSSINGEAUX an (man spricht es "Isengschoh"). Dieses entstand um 1790 / 1800 in unmittelbarer Nachbarschaft des Dorfes Laguiole und besitzt die gleichen konstruktiven Merkmale:

- einen geraden Griff, der in einem Bec-de-Corbin (Rabenschnabel) endet

- eine salbeiblattförmige Klinge. Genannt „lame bourbonnaise“

- ein Ressort vom Prinzip cran forcé, das die Klinge in geöffnetem wie in geschlossenem Zustand in Position hält.

Konstruktiv unterscheidet sich das LAGUIOLE nur in einem einzigen Merkmal, das sich aber durch die gesamte Geschichte der LAGUIOLES ziehen wird. Am Ende des Ressorts besitzt es eine linsenförmige Verbreiterung, die man in der Fachsprache der Messerschmiede „mouche“ (übersetzt: Fliege) nennt. Sie ist eine Verbreiterung am Ende des Ressorts, die Flügeln eines Insekts ähnelt und deshalb "mouche“ genannt wird. Konstruktiv ist sie für LAGUIOLES ohne Bedeutung, denn sie ist Bestandteil eines alten Verriegelungsmechanismus. Da LAGUIOLES nur selten mit diesem Verriegelungsmechanismus hergestellt wurden, ist unklar, weshalb die Schmiede bei allen LAGUIOLES daran festhielten. Vielleicht aus dekorativen Gründen, man weiß es nicht.

 

 

Von diesem LAGUIOLE-1850 (oder LAGUIOLE-DROIT) wissen wir, daß es das erste eigenständige Messer ist, das in Laguiole entstand und das man auf den Märkten auch nach seinem Entstehungsort LAGUIOLE benannte. Es ist das ursprüngliche, echte LAGUIOLE, aus dem sich im Laufe der folgenden Generationen die uns heute bekannte Form entwickelte.

Ab 1870 wird dieses LAGUIOLE von den Schmieden in Thiers angefertigt und im Aveyronnais verkauft.

 

PassionFrance® hat das LAGUIOLE-1850 anhand der Abbildungen in der Enzyklopädie von CAMILLE PAGÈ von 1896 und nach Originalen, die von Christian Lemasson identifiziert wurden, rekonstruiert und fertigt es seit 2013.

 

 

 


Quelle: L'HOMME ET SON COUTEAU M.PRIVAL/R.ROUQUIER, Edition Creér 2001

 

 

 

LAGUIOLES aus der Zeit zwischen 1850 (hinten) und 1919 (vorne) Foto: Christian Lemasson

Das LAGUIOLE COURBÉ mit Yatagan-Klinge 1868

Wahrscheinlich war es Pierre-Jean Calmels, der den Schritt zum gebogenen Griff mit Yatagan-Klinge vollzog. Dieses Datum ist in einem Brief des gleichen Bürgermeisters von Laguiole belegt, der schreibt: «…en 1860 on les a perfectionnés soit au point de vue de la forme, soit même au point de vue de la matière…ils sont élancés et beaux à l’œil. » … (deutsch:...in 1860 hat man sie perfektioniert, sowohl die Form wie das Material … sie sind ausgewogen und gefällig für das Auge). Quelle: fonds archives privées de Camille Pagé, musée de la coutellerie Thiers.

- Neu ist ein gebogener Griff, der sich aus der geraden Griffform entwickelt, ebenso die Yatagan-Klinge.

- Die Mouche bleibt weiterhin oval, linsenförmig oder rechteckig

- Das Ressort bleibt unverziert. Wenn doch, dann wird mit nur wenigen Feilstrichen verziert

- Alle in Laguiole hergestellten Messer sind „plein-manche“! Das heißt, sie besaßen einen "vollen Griff" ohne Metallbacken an den Griffenden. Die sogenannten Mitres aus Metall konnten von Schmieden in Laguiole seinerzeit nicht hergestellt werden, weil ihnen die erforderlichen Maschinen fehlten.

1868 erhält Pierre-Jean Calmels in Lyon eine Medaille für ein LAGUIOLE mit gebogenem Griff. Es ist die erste Auszeichnung, der weitere für ihn und für seine Kollegen in Laguiole folgen sollten. Sie ist der Beginn eines immensen Aufschwungs. Sie brachte den Schmieden überregionale Beachtung und Aufträge in einem Umfang, den sie in ihren familiär strukturierten Dorfschmieden nicht bewältigen konnten.

Ihre Kunden war ab da nicht mehr nur die Landbevölkerung der Region, sondern auch wohlhabende Bürger und die Aristokratie. Konsequenterweise verbesserte man die Form weiter und produzierte auch Messer mit exklusiven Materialien. 

Die neue, gebogene Form verdrängte die ältere, gerade Form nicht sofort. Es war ein langsamer Wandel, der bis 1900 andauerte.

Unmittelbar nach der ersten Auszeichnung treffen bei den Schmieden in Thiers Bestellungen ihrer Kollegen aus Laguiole ein. Sie bestellten die Rohteile wie Klingen, Ressorts und Platinen bei den Schmieden in Thiers, wo man über ein funktionierendes System von Spezialisten für alle Bereiche der Herstellung verfügte: Schmiede, Schleifer, Monteure und Zulieferer von Rohstoffen. 
Üblich war, daß man sie à la marque du client anfertigte, also nicht mit der Schmiedemarke des Herstellers, sondern mit der Marke des Bestellers. Die Teile lieferte man nach Laguiole, wo sie anfangs auch zusammengebaut wurden. Das änderte sich bald, denn die LAGUIOLES konnte man auch fertig bestellen. Man verkaufte sie dann in den Werkstätten vor Ort in Laguiole oder über Vertreter an andere Geschäfte.

Auf diese Weise verschwand bis 1920 die Messerherstellung aus Laguiole und verlagerte sich nach Thiers. Nur vereinzelt wurden in Laguiole noch sogenannte Couteaux à Vitrine angefertigt, meist große Messer mit aufwändigen Verzierungen und Symbolen, die für besondere Anlässe wie Hochzeiten usw bestellt wurden.

Leider ist durch die Herstellung "à la marque du client" heute im Einzelfall meist nicht mehr feststellbar, ob ein LAGUIOLE in Thiers oder in Laguiole hergestellt wurde, denn es trägt immer, auch wenn es in Thiers hergestellt wurde, die Marke des Kunden in Laguiole. Das einzige was man bei einem alten LAGUIOLE sagen kann, ist, daß es nicht in Laguiole angefertigt sein kann, wenn es einen Griff mit Metallbacken besitzt, denn diese waren immer „plein manche“. Erst nach einer 70-jährigen Unterbrechung sollte im Jahr 1987 mit staatlicher Förderung wieder eine eigene Messerproduktion in Laguiole aufgebaut werden.

 


Dreiteiler mit Dorn und Tire-bouchon

 

 


LES BOUGNATS in PARIS um 1880 / 1900
Quelle: LE LAGUIOLE von Philippe Saglio & Philippe Wolf, 1981

Details der LAGUIOLES

 

Der Dorn: lange vor dem Korkenzieher gehörte neben der Klinge der Dorn als mögliche Zusatzausstattung zu einem LAGUIOLE.

 

Der passeport auvergnat“ und der Korkenzieher: mit der Reblausplage, die auch die Weinberge der Auvergne, der bis dahin größten Weinbauregion Frankreichs, verwüstete, begann das Aveyron zu verarmen. In Frankreich kam es zur großen Landflucht und auf der Suche nach Arbeit zogen die Menschen in die Städte oder verließen Frankreich ganz. Die Flüchtlinge aus der Auvergne nannte man Les Bougnats. Vielen blieb auf ihrer Flucht oft nicht mehr als ihr LAGUIOLE in der Tasche. Aber, wo immer man jemanden traf, der ebenfalls ein LAGUIOLE besaß, wußte man sich unter Freunden. Man half einander, gab Tipps, teilte Brot und Käse, und so entstand der Begriff des „passport auvergnat“, des auvergnatischen Passes.

Viele Bougnats zogen nach Paris und schafften es dort mit ihrer Gastfreundschaft und der guten Küche der Auvergne, die Gastronomie der Hauptstadt zu erobern. Und wo man Wein trinkt, benötigt man einen Korkenzieher. Die Schmiede fügten ihn den LAGUIOLES ab 1880 als weiteres Zusatzteil hinzu und nannten die Messer meist Jambette, weil ihre Form einem Bein gleicht.

Ressort mit Mouche 1900

LAGUIOLE 1900, Griff schwarze Hornspitze



 

 

 

 

LAGUIOLE ALUminium, 1920 ART-DECO

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pointillage Raute
Pontillage Kreis
Pointillage "HIrtenkreuz"

Das LAGUIOLE-1900 und die neuen "mouches"

Die Jahre nach 1900 bezeichnen eine weitere Wende, denn die Mouche ändert ihre Form. Statt oval wird sie zunehmend trapezförmig und dann durch seitliche Einkerbungen zunehmend figürlicher. Schließlich bilden sich Flügel heraus, wodurch der Eindruck eines Insekts entsteht.

 

Dem LAGUIOLE-1900 widmet PassionFrance® eine kleine Sonderedition. Sie ist eine Hommage an die ersten LAGUIOLES mit „Fliege“. Diese Messer dieser Serie besitzen ein geschmiedetes Ressort mit einem für die Zeit typischen, sparsamen Dekor, bestehend aus wenigen Feilstrichen.

Diese Veränderung vollzog sich ebenfalls langsam und dauerte bis zum Zweiten Weltkrieg bis sich figürliche Bienen/Fliegen endgültig durchgesetzten.

LAGUIOLE ALU: Eine Besonderheit ist ein LAGUIOLE, das während des Art Deco entstand. LAGUIOLES paßten sich immer dem Zeitgeschmack und den Moden an, was sie von den aus anderen Regionen Frankreichs unterscheidet. Auch mit den Materialien für die Griffe experimentierten die Schmiede. Bakelit oder Aluminium waren seinerzeit angesagte Hightech-Materialien und für sie keine Tabus, sondern im Gegenteil Herausforderungen. Die neuen Materialien bereicherten die Palette ihrer Möglichkeiten wie heute Kohlefaser und andere Kunststoffe.

Einerseits trug seinerzeit jeder ein Messer in der Tasche.
Andererseits gehörte es in der wohlhabenden Gesellschaft zum guten Ton, den Sommer in einem Kurort zu verbringen. Dort ließ man sich Häuser und Appartements mit dem modernsten Chic und Luxus ausstatten.

Wenn man nun weiß, daß Vichy, einer der mondänen Kurorte Frankreichs, nur einen Katzensprung von Thiers entfernt ist, dann wird verständlich, daß die LAGUIOLES, die man in Vichy erwarb und zum Picknick im Park mitnahm, von der neuesten Mode sein mußten. Man ließ sie sich mit Griffen aus Aluminium anfertigen, denn das war das Material des Jahrzehnts, ein Hightech-Material, aus dem man Flugzeuge und Rennautos baute, heute der Kohlefaser vergleichbar. Wegen der zu seiner Herstellung erforderlichen Elektrizität war es zudem extrem teuer und deshalb begehrt. Vom Türgriff bis zum Kerzenleuchter entwarfen Architekten alles aus Aluminium für ihre Kunden, die es sich leisten konnten und so gehörte ein LAGUIOLE mit Aluminiumgriff zu den Must-Have jener Zeit. 1986 erfuhr es ein Comeback, als Philippe Starck es redesignte.

Wir entdeckten das Original und seine Werkzeuge in einer alten Werkstatt und bieten es unseren Kunden gänzlich unverändert an.

Das Hirtenkreuz: wann schließlich das „croix berger“  zu seiner Form findet, ist nicht ganz geklärt, denn auf den Messern finden sich verschiedene Formen der Verzierung. Ursprünglich entstanden mit den ersten LAGUIOLE um 1880 auch solche mit einer Pointillage aus kleinen Metallstiftchen um den mittleren Niet. Die Muster waren rautenförmig, rund oder oval. Man sagt in den Legenden, sie symbolisierten einen Rosenkranz und bestimmt glaubten viele Menschen in der katholischen Welt des Aveyron daran. Irgendwann im 20ten Jahrhundert versah man dann auch Messer der normaler Produktion mit kleinen Verzierungen. Das "Hirtenkreuz" in der heute geläufigen Form kennt man aber erst seit dem Zweiten Weltkrieg.


DAS ERSTE LAGUIOLE 1850


LAGUIOLE COURBÉ 1868

LAGUIOLE 1880 mit Dorn und Korkenzieher


LAGUIOLE mit Mouche von 1900

LAGUIOLES 1920 mit Aluminiumgriff


LAGUIOLE 1950 geschweißte Mouche, gestanztes Ressort


LAGUIOLE 1980 mit Inox-Mitres

LAGUIOLE 2010 PassionFrance®
Design Robert Beillonnet MOF(zweifacher "meilleur ouvrier de France")

 

Chronologie der Messer aus Laguiole 

In Thiers vollzog sich die Entwicklung der LAGUIOLES ab 1900.

 

- Messer mit Metallbacken setzten sich zu Anfang des 20ten Jahrhunderts durch, denn sie waren einfacher herzustellen als solche mit vollem Griff.

- Auch die Fliege lernte man separat herzustellen und mit dem Ressort zu verschweißen statt sie von Hand herzustellen.

- Seit dem 2.Weltkrieg fertigt man „mouches“ in figürlicher Form, so wie man sie heute kennt.

 

Im Jahr 2009 entwirft der zweifache Meilleur Ouvrier de France, Robert Beillonnet ein LAGUIOLE für PassionFrance®. Im Jahr 2010 gewinnt es den INTERNATIONAL KNIVE AWARD in Nürnberg und wird mit dem Titel KNIFE OF THE YEAR ausgezeichnet. Mit einem zur Seite versetzten Korkenzieher, der die Rückenlinie des Messers ungebrochen fortsetzt, bildet es die jüngste Entwicklungsstufe in der Evolution dieses berühmten Messers. Wir fertigen es aus den feinsten Rohstoffen und in reiner Handarbeit.

Copyright 2015 © PassionFrance®

Derzeit sind keine Termine geplant.

 

 

DOWNLOADS

Kurze Geschichte der Messer aus Laguiole
MARITIME MESSER

Traditionelle Klingentypen

KlingentypfrançaisMesserbeispiel

Klinge mit mittiger Spitze

pointe centrée

PRADEL, QUEUE-DE-POISSON,

Bourbonnais-Klinge

lame bourbonnaise

LAGUIOLE 1850, YSSINGEAUX

Schäferklinge

lame berger

BERGER

Piétain-Klinge

lame piétain

BERGER, PIÉTAIN

Salbeiblatt-Klinge

lame en feuille de sauge

SIFFLET, STÉPHANOIS

Yatagan-Klingen

lames yatagan

ALPIN, LAGUIOLE

Klinge mit angehobener Spitze

lame à pointe relevée

THIERS

Klinge mit abgesenkter Spitze

lame à pointe rabattue

MONTPELLIER

Türkische Klinge

lame à la Turque

DOUK-DOUK

"englische" Klinge

lame anglaise (également appelée "Stylet")

LONDON

Schaffußklinge

lame en pied de mouton (également appelée "Stylet")

DONJON, TONNEAU

Hippenklinge

lame de serpette

SERPETTE

 

 

 

Traditionelle Schließkonstruktionen bei Taschenmessern

PIÉMONTAIS mit zwei Stiften

"couteau à deux clous"

CAPUCIN, MONTPELLIER, PIEMONTAIS

Messer mit rundem Talon

"talon ronde"

MINEUR, VENDETTA

Messer mit eckigem Talon

"talon carré"

ALPIN, LONDON


Quelle: L'HOMME ET SON COUTEAU,
Marc Prival & Roger Rouquier, CRÉER 2001

Messer mit Cran forcé

"cran forcé"

LAGUIOLE, YSSINGEAUX, SAINT-MARTIN

 

 

 

Bauschema eines traditionellen Taschenmesser, Beispiel LAGUIOLE:

 

Klingenstähle INOX

KohlenstoffChromManganMolybdänPhosphorSiliziumSchwefelVanadiumKobaltStickstoffHRC
440A
0,6-0,7516-1810,750,0410,03---55-57
440B
0,75-0,9516-1810,750,0410,03---56-59
440C
0,95-1,216-1810,750,0410,03---58-60
12C27
0,613,50,4-0,030,40,01---54-56
13C26
0,65130,65-0,030,40,01---55-57
19C27
0,9513,50,65-0,030,40,01---57-60
D2
1,4-1,611-130,60,9-0,6-0,8--58-61
RWL34
1,05140,54-0,5-0,2--54-56
ATS34
1,05140,440,030,350,02---58-61
CPM 440V
2,15170,400,4-0,4-5,5--56-58
VG-10
0,95-1,05150,50,9-1,20,30,6-0,1-0,31,3-1,5-58-61
X15TN0,415,5-2-0,3-0,257-60

 

 KLINGENSTÄHLE KOHLENSTOFF

           KohlenstoffChromManganMolybdänPhosphorSiliziumSchwefelVanadiumKobaltStickstoffHRC
 XC75  0,7-0,8   -   0,4-0,7-0,0350,15-0,350,035---60

 

Kohlenstoff ( C ) : ist das wichtigste und einflussreichste Legierungselement. Mit steigendem C-Gehalt erhöhen sich zum einen Festigkeit und Härtbarkeit des Stahles, ( ab 0,5 % C ist ein Stahl überhaupt erst härtbar ), wogegen seine Dehnung, Schmiedbarkeit und Bearbeitbarkeit durch spanende Methoden ) herabgesetzt werden. In erschmolzenen Stählen sind max. 2% möglich, mehr bei pulvermetallurgischen Stählen.

Chrom ( Cr ) : macht Stahl öl- beziehungsweise lufthärtbar und steigert die Zugfestigkeit. Ab ca. 14%Cr gilt ein Stahl als korrosionsbeständig, also rostträge.

Mangan ( Mn ) : desoxidiert, erhöht die Härtbarkeit, die Streckgrenze und die Festigkeit, außerdem verbessert es die Schmiedbarkeit.

Molybdän ( Mo ) : verbessert die Härtbarkeit, fördert die Feinkornbildung, erweitert die Streckgrenze und erhöht die Festigkeit. Molybdän ist ein starker Karbidbilder.

Nickel ( Ni ) : wirkt sich auf die Festigkeit aus. Sorgt zusammen mit Chrom für eine gute Durchhärtung und schützen vor Rost und Zunder.

Phosphor ( P ) : befindet sich im unbehandelten Roheisen. Da es bei der Umwandlung zu Stahl eher schadet als nutzt wird versucht sein Anteil so gering wie möglich zu halten.

Silizium ( Si ) : erhöht die Festigkeit und die Verschleißfestigkeit sowie die Elastizität. Mögliche Beeinträchtigung bei der Formbarkeit setzen dem Silizium-Gehalt im Stahl aber Grenzen.

Schwefel ( S ) : siehe Phosphor

Wolfram( W ) : sorgt für extrem harte Karbide und wirkt sich auf die Zähigkeit aus.

Vanadium ( V ) : ist ein starker Karbidbilder und verfeinert das Korn des Stahles.

 

Härten nach dem Schmieden: Durch Erhitzen von härtbarem Stahl über die Umwandlungstemperatur (bei Kohlenstoffstählen ca. 780° C, bei rostfreien Stählen ca. 1050°C, je nach Legierung) und anschließendes Abschrecken (in Wasser, Öl oder Luft) bildet sich eine neue, feinere Kristallstruktur. Der Stahl wird härter, spröder und durch das feinere Gefüge besser schärfbar. Der Härtewert kann z.B. durch eine Rockwell-Härteprüfung (Eindrücken eines Diamantkegels) ermittelt werden.

Anlassen nach dem Härten: Da das nach dem Härten vorliegende Gefüge in der Regel zu spröde ist, wird der gehärtete Stahl unter kontrollierten Bedingungen bei 180-300°C erhitzt, um ihm die Eigenspannung zu nehmen. Die Härte verringert sich dabei etwas, der Stahl wird zäher und bruchfester. Es ist zu beachten, dass die Eigenschaften von Stählen nicht nur von ihrer chemischen Zusammensetzung abhängen, sondern auch ganz entscheidend von der Verarbeitung und Art der Wärmebehandlung. So wird z.B. durch sorgfältiges Schmieden das Gefüge homogener und feiner. Zu starkes oder zu langes Erhitzen beim Schmieden, Härten oder Anlassen kann zu einer Randentkohlung und damit zu verminderter Härte und Standzeit führen. Verunreinigungen (z.B. Phosphor oder Schwefel) haben einen sehr negativen Einfluss auf das Sprödbruchverhalten.

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Für unsere Etuis verwenden wir feinstes Kalbsleder. Zuschnitt, Naht, die präzisen Stiche und das Finish der Ränder ... alles entsteht in reiner Handarbeit. Sie sind, wie unsere Messer, Botschafter echter Handwerkskunst, die sich über Jahrhunderte in Frankreich entwickeln konnte. Sie sind zu 100 Prozent "Made in France", treffender … Handmade in France.

 

TASCHENETUIS

Taschenetuis / Einstecketuis schützen Messer in Taschen oder Handtaschen. Wir fertigen sie nicht aus zwei Lederstücken, sondern in der Version eines "papillons“ / Schmetterlings. Dadurch benötigen wir zwar mehr von dem kostbaren Leder, aber die empfindlichen Nähte werden dadurch kürzer und das Etui erhält eine längere Lebensdauer.
Bei unserem klassischen Modell ALLROUNDER haben Sie die Wahl zwischen 2 verschiedenen Formen, dem Modell SLIM für normale Messer und dem Modell LON (LARGE) für breite Messer.

 

GÜRTELETUIS

Die Gürteletuis fertigen wir zweilagig mit einem kräftigen Leder außen und einer weichen Innenlage. Zusätzlich decken wir die Druckknöpfen innseitig mit einem Lederflicken ab. 
Ein spezielles Design der Gürtelschlaufe gestattet es, das Etui horizontal oder vertikal zu tragen. 

 

Die Taschenetuis NEW MODEL haben wir speziell für unsere neue SERIE LUXE (Design Robert Beillonnet) entwickelt.
size1 für das ALPIN
size2 für das LAGUIOLE 11cm
size3 für das LAGUIOLE 12cm
size 4 für die beiden maritimen Typen LONDON und SEURRE
Einige große Zahl unserer klassischen Modelle passen aber ebenfalls hinein.

 

GRÖSSEN und ARTIKELNUMMERN
Die passenden Größen entnehmen Sie der Tabelle "Welches Messer in welches Etui" oder fragen Sie im Zweifelsfall bei uns an.

Alle Etuis tragen als Zeichen ihrer Authentizität den COQ, das Logo von PassionFrance®

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ALU – franz: ALUMINIUM / dt: ALUMINIUM
Bevorzugtes Material von Philippe Starck und Modematerial der HIGH-SOCIETY im ART-DECO für die LAGUIOLES.
AM – franz: AMOURETTE / dt: SCHLANGENHOLZ
Tropisches Holz mit rot-brauner Farbe aus Südamerika, dessen typische Zeichnung an eine Schlange erinnert. Dichte 1,2 bis 1,3.
BDC – franz: BOIS DE CERF / dt HIRSCHHORN

Im Gegensatz zum Kuh- oder Widderhorn besteht es nicht aus Horn, sondern aus Knochenmaterial. Es ist sehr hart, widerstandsfähig und wasserfest, deshalb auch für maritime Messer, die in Kontakt mit Wasser kommen können, geeignet. Die Kruste ist braun und manchmal mit Perlen besetzt. Wir verarbeiten es am liebsten wie Mammut, indem wir in der Griffmitte die braune Kruste stehen lassen und zu den Rändern den weißen Knochen zeicgen.

BE - franz: Bélier / dt: Mufflon- oder Widderhorn. Ein teurer und exklusiver Rohstoff. Bélier besitzt eine markante Oberfläche mit sg. "Kannelüren", die aus dem Wachstum des Horns herrühren. Auch die Verarbeitung ist aufwändig, wenn man versucht, ein Maximum dieser Struktur auf dem Griff zu erhalten. Die Farbpalette reicht von bersteinfarben bis schwarz.   

BOU – franz: BOULEAU / dt: MASERBIRKE
Helles Edelholz mit dunklen Adern aus Nordeuropa oder Nordamerika. Dichte 0,6 bis 0,7.
BR – franz: BRUYÈRE / dt: BRUYERE
Bruyère ist das Wurzelholz der französischen Baumheide mit rotbrauner Farbe, dessen Maserung je nach Einschnitt als „straight-grain“ oder „bird-eye“ bezeichnet wird. Sie ist im Mittelmeerraum heimisch und als exklusives „Pfeifenholz“ bekannt.
BU – franz: BUIS  / dt: BUCHSBAUM
Buchs ist ein extrem widerstandsfähiges, dichtes, hellblondes Holz, das seine Farbe im Alter zu einem Ockerbraun vertieft. Es ist typisch für den Süden Frankreichs. Mit seiner Dichte von 0,9 bis 1,1 ist es das härteste Holz Europas und so dicht, daß es im Wasser versinken kann.
CA – franz: CADE oder GENEVRIER  / dt: WACHOLDER
Dekoratives Holz aus der Zypressengattung, ockerfarben mit markantem Kampfergeruch. Vorkommen auf der nördlichen Halbkugel. Das Holz neigt zu Drehwuchs und Rißbildung.
Cb – franz: ACIER CARBONE BRUNI  / dt: KOHLENSTOFFSTAHL BRÜNIERT
Das Brünieren (von franz.“brunir“=bräunen) dient seit Alters her dem Schutz von Stahloberflächen wobei der Stahl seine Farbe in ein dunkles Braun-Schwarz ändert. Die Brünierung ist keine Beschichtung wie die Verchromung, sondern eine Veränderung der Moleküle auf der Stahloberfläche.
Cc – franz: ACIER CHROMÉ  / dt: KOHLENSTOFFSTAHL VERCHROMT
Im Gegensatz zum Brünieren erhält die Stahloberfläche beim Verchromen eine glänzende Chromschicht von mehreren µm Stärke. Sie dient gleichzeitig der Veredelung und als Rostschutz.

CB – franz: CORNE BLONDE  / dt: BLONDE HORNSPITZE
Die blonde Hornspitze gilt als die teuerste und exklusivste Partie des Kuhhorns. Sie ist komplett massiv, sehr dicht und schwieriger zu bearbeiten als das schwarze Horn. Ursprünglich typisch für die Rinder Europas wird sie derzeit immer seltener, weil zunehmend weniger Rinder mit Hörnern gezüchtet werden. Auch aus Afrika kommt immer weniger blondes Kuhhorn, weshalb die Preise für Spitzenqualitäten in der jüngsten Vergangenheit stark gestiegen sind. Die Farbpalette des CORNE BLONDE ist quasi unbegrenzt von milch-hell über bernstein-karamel-mokka bis fast schwarz, sei es einfarbig, gefleckt, marmoriert oder gestreift. Brillant poliert erreicht das Horn sein Höchstmaß an Schönheit und Eleganz.

CCn – franz: CORNE CACHÉE  / dt: ECHTES HORN
Im Gegensatz zu der massiven Hornspitze gewinnt man das « echte Horn » aus der unteren, röhrenförmigen Partie des Kuhhorns, mit der es auf dem Knochenzapfen des Schädels wächst. Charakteristisch ist eine weiß-graue Hornschicht, die mehr oder weniger dicht auf schwarzem Grund liegt. Sein Marktpreis ist billiger als die Hornspitze, aber seine charakteristische Farbe und Maserung läßt sich weder mit blonder noch schwarzer Hornspitze imitieren.
CCr – franz: CORNE CACHÉE ROSE / dt: ECHTES ROSA HORN
Diese spezielle Farbigkeit erreicht man durch Einfärben der Unterseite der blonden Hornplakette mit einer eisenoxidhaltigen Paste, die ursprünglich beim Schleifen der Klingen als Abfallprodukt anfiel. Diese Farbigkeit ist typisch für Messer aus dem 19. Jahrhundert und dem ART-DECO Heute ist das Rezept fast vergessen, nur wenige kennen noch das Geheimnis seiner Herstellung.
CER – franz: CERF  / dt: HIRSCHHORN
Im Gegensatz zum Kuhhorn besteht das Hirschgeweih aus einer Knochensubstanz, die sehr hart und widerstandsfähig ist. Die Oberfläche ist zudem von charakteristischer und individueller Schönheit. Schon seit der Steinzeit verwenden Menschen dieses Material für ihre Werkzeuge und Waffen.
CHA – franz: CHATAIGNER  / dt: ESSKASTANIE / MARONE
Das Holz der Eßkastanie ist von heller Farbe, ziemlich hart und widerstandsfähig gegen Pilz- und Schädlingskulturen. Es wächst vor allem im Süden Frankreichs von den Savoyen bis zu den Cevennen. Seine Früchte, die Maronen, haben die Küchenkultur Frankreichs, in der sie den Platz der Kartoffel einnehmen, entscheidend beeinflußt. Maronenholz ist also nicht nur ein guter Messergriff sondern auch ein Teil der fränzösischen Kultur und Küche.
CHE – franz: CHÊNE  / dt: EICHE
Eichenholz ist schwer und mit seinem Gehalt an natürlichen Gerbstoffen sehr widerstandsfähig. Vor allem in dem zu Zeiten des Sonnenkönigs im Bourbonnais angelegten Eichenwald von Tronçais wachsen die schönsten und begehrtesten Exemplare.
CHV – franz: CHÊNE VERT  / dt: STEINEICHE
Die Steineiche ist ein immergrüner Baum aus dem Mittelmeerraum zu dessen Familie auch die Korkeichen gehören. Ihr Holz ist sehr hart und besitzt eine charakteristische Maserung.
CN – franz: CORNE NOIR  / dt: SCHWARZE HORNSPITZE
Das schwarze Horn stammt von Wasserbüffeln und wird traditionell aus Asien oder Afrika importiert. Seine Farbe ist gleichmäßig und wird nur selten durch hellere oder transparente Partien individualisiert. Die  Verarbeitung ist unkomplizierter als die des blonden Horns, das derzeit sogar erheblich teurer ist. Seine unverwechselbare Schönheit erreicht es noch brillanter Politur.
CRB – franz: CROÛTE DE BUFFLE  / dt: BÜFFELHORN-KRUSTE
Wie das Widderhorn besitzt das Büffelhorn eine unregelmäßige Oberflächenstruktur. Diese Schönheit und individuelle Struktur bei einem Messergriff zu erhalten, ihm dadurch eine unverwechselbare Einzigartigkeit zu verleihen, ist die hohe Kunst.
CUI – franz: CUIR  / dt: LEDER
Nur wenige Partien einer Kuhhaut liefern Leder in einer Qualität und Dicke, die es gestattet, davon Messergriffe anzufertigen. Als Griffmaterial besitzt es eine ungewöhnliche Widerstandsfähigkeit und überrascht gleichzeitig durch seine Haptik.
EB und EBG – franz: ÉBÈNE  / dt: EBENHOLZ
Der Begriff Ebenholz umfaßt mehrere Arten der Gattung Diospyros, ihr hochbewertetes Holz ist hart, schwer und teuer. Seit Jahrhunderten wird es  im Möbelbau und für Musikinstrumente verwendet. Im Messerbau verwendet man sowohl schwarze Sorten wie Macassa-Ebenholz, das mit seinen rotbraunen Einstreifungen mehr Leben besitzt. Heimat sind die tropischen und subtropischen Wälder.
EC – franz: ÉCAILLE  / dt: SCHILDKRÖT-IMITAT
Schildkröten sind streng geschützt, Handel und Verwendung ihres Panzers ist nicht gestattet. Da nur wenig CITES-lizensiertes Material (und das zu astronomischen Preisen) gehandelt wird, hat man bereits früh damit begonnen, dieses wunderschöne Material durch synthetische Materialien zu imitieren. Wir verwenden es aus Artenschutzgründen gar nicht.
ERA – franz: ÉRABLE  / dt: AHORN
In ganz Europa vorkommend. Es erreicht besonders als Bergahorn Qualitäten für den Bau der exklusivsten Musikinstrumente. Dieses helle Holz besitzt einen „Riegel“, der bei unterschiedlichem Licht als Welle im Holz erkennbar wird. Dichte 0,6 bis 0,7.
FC – franz: FIBRE CARBON  / dt: KOHLEFASER
High-Tech-Material bekannt aus der Formel 1 und dem Bau von Hochseeyachten. Extrem leicht, extrem widerstandsfähig, hochpreisig und mit einer markanten gitterartigen Struktur, die durch das Kohlefasergewebe hervorgerufen wird.
FRE – franz: FRENE / dt: ESCHE
Ein im Möbelbau und der Kunsttischlerei gerne verwendetes Holz mit einer Dichte von 0,7 – 0,8. Wir verwenden für die PIEMONTAIS Teile einer kleinenige Partie mit ungewöhnlicher Farbe und Maserung.
GAI – franz: GAIAC / dt: POCKHOLZ
Vorkommen in Südamerika und Westindien. Sehr schweres, dichtes, fetthaltiges Holz von dunkelgrünlich-brauner Farbe mit engem Faserverlauf und einer feinen, gleichmäßigen Struktur. Wegen seiner Eigenschaften besonders geeignet für maritime Messer. Früher verwendete man es sogar als Lager für Motorachsen. Dichte 1,2 – 1,4.
GE – franz: GENEVRIER od. CADE  / dt: WACHOLDER
Dekoratives Holz aus der Zypressengattung, ockerfarben und mit markantem Kampfergeruch. Vorkommen auf der nördlichen Halbkugel. Das Holz neigt zu Drehwuchs und Rißbildung.
GEN – franz: GENET  / dt: GINSTER
Ginster ist ein Rohboden-Pionier und gedeiht auch auf kargen Untergründen, weshalb es in Südfrankreich und dden Causses häufig vorkommt. Sein zähes Holz ist von heller Farbe mit grünbraunen Strukturen ähnlich dem Pistazienholz und besitzt einen zarten Pfefferduft. Wir verwenden es ausschließlich für unsere ROQUEFORT / LAGUIOLE-DROIT.
HET – franz: HETRE  / dt: BUCHE
Ein in ganz Europa heimischer Baum, der eine Höhe bis 40m erreicht. Das Holz ist hell, besitzt eine gleichmäßige Struktur und hat deshalb eine große Anwendungsvielfalt vom Möbel- bis zum Instrumentenbau. Dichte 0,7 – 0,8.
IF – franz: IF  / dt: EIBE
Eibe ist das einzige einheimische Nadelholz das weder im Holz noch in der Rinde Harz aufweist. Sein Kernholz besitzt eine attraktive Ockerfarbe und ist sehr zäh. Früher war es das begehrteste Holz für den Bau von Langbögen.
IN – franz: INOX  / dt: INOX
Edelstahl ist ein hochlegierter Stahl und besitzt eine graubläuliche Farbe. Die Oberfläche ist sehr widerstandsfähig und wird entweder satiniert oder glänzend poliert.
IV – franz: IVOIRE  / dt: ELFENBEIN
Elfenbein ist das Material der Stoßzähne von Elefanten, Mammut, Walross, Nilpferd, Narwal, Wildschweinen usw. Je nach Art des Tieres sind die Farbe und Eigenschaften verschieden. Verwendet wird es hauptsächlich zur Kunstschnitzerei, früher auch zur Produktion von Klaviertasten, Billardkugeln etc. Der Wert des Elfenbeines hängt von dem Tier ab, von dem es stammt, Narwal ist am wertvollsten. Eine CITES-Bescheinigung, die die Legalität selbst einer kleinen Menge wie die eines Messergriffs bescheinigt, ist unverzichtbar und sollte sorgsam aufbewahrt werden. Seit 2016 werden in Frankreich keine neuen CITES-Bescheinigungen ausgestellt. Die Verarbeitung und der Handel sind in Frankreich seitdem verboten.
KRA – franz:  PAPERSTONE / dt: PAPERSTONE oder KRAFTPAPIER
Paperstone ist ein recyceltes Fasermaterial von hoher Dichte. Es ist sehr widerstandsfähig und findet deshalb eine breite Verwendung vom Haus- bis zum Bootsbau. Hergestellt werden verschiedene Farben, Tests in Spülmaschinen verliefen bisher erfolgreich.
LAI – franz: LAITON  / dt: MESSING
Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink. Seine Farbe wird vor allem vom Zinkgehalt bestimmt: Bei Zinkgehalten bis 20 % ist Messing bräunlich-rötlich, bei Gehalten über 36 % hellgelb bis fast weißgelb. Es ist relativ weich und besitzt deshalb ausgezeichneten Formeigenschaften für das Abformen aus Modeln.
MA – franz: MAMMOUTH  / dt: MAMMUT
Mammutelfenbein ist fossiler Mammutstoßzahn, grundsätzlich dem Stoßzahn der Elefanten vergleichbar, aber versteinert. Das Alter beträgt zwischen 150.000 und 15.000 Jahren. Die Farbe ist abhängig von dem Milieu und den Mineralien des Bodens, in dem der Stoßzahn lagerte. Für den Handel und die Verarbeitung wird keine CITES-Bescheinigung benötigt, da Mamuts ausgestorben sind. Die Preise schwanken stark mit der Qualität, denn die Nachfrage vor allem nach fehlerfreien Qualitäten ist hoch. Verarbeitet werden deshalb zunehmend mindere und gerissene Qualitäten, die mit teilweise eingefärbten Kunststoffen  stabilisiert werden, wodurch sich wieder neue Materialien, meist mit gestreifter Charakteristik ergeben.
MIR – franz: MIRABELIER  / dt: MIRABELLE
Mirabelle ist eng mit Pflaume und Zwetsche verwandt. Das Kernholz ist rötlich-braun, der Splint gelblich. Das Holz ist sehr dicht und erreicht fast die Härte von Buchsbaum, weshalb es schon immer äußerst begehrt war und auch im Instrumentenbau begehrt ist.
NOY – franz: NOYER  / dt: NUßBAUM
Die Farbe ist braun, die besten Qualitäten stammen aus Frankreich und dem Kaukasus. Verwendung findet es hauptsächlich für Möbel, im Orgelbau und für die Schäfte hochwertiger Jagdwaffen. Dichte 0,65 – 0,75.
OL – franz: OLIVIER / dt: OLIVE
Gilt als das Holz des Mittelmeerraums. Wahrscheinlich wegen des Alters mancher Bäume gilt es dort als Symbol der Ewigkeit. Es ist sehr hart, seine Farbe ist braun mit dunkelbrauner Maserung. Dichte 0,8 – 0,9.

OS – franz: OS  / dt: KNOCHEN
Knochen  und Hirschhorn sind wahrscheinlich die ältesten Materialien für Messergriffe. Der Wadenknochen von Rindern wird am häufigsten verwendet. Wegen der höheren Dichte und weil Rinder heute häufig an Osteoporose leiden, bevorzugen wir für unsere Produktion Kamelknochen. Giraffenknochen verwenden wir aus Artenschutzgründen nicht. Knochen ist weiß. Seine Porigkeit wird durch die Schnelligkeit des Wuchses und die Stärke des Bleichvorgangs bestimmt. Wir bleichen lieber schwach und erhalten gern kleine Reste des natürlichen Fettanteils in den Knochen, weil dadurch die Porigkeit minimiert und gleichzeitig der natürliche Alterungsprozeß während des Gebrauch erleichtert wird. Während dieses Prozesses changiert die Farbe hin zu einer leichten Transparenz und einer elfenbeinartigen, manchmal gelblichen Farbe.

OSG – franz: OS DE GIRAFFE  / dt: GIRAFFENKNOCHEN
Giraffenknochen findet im Messerbau häufig Verwendung. Aus Artenschutzgründen verwenden wir ihn in unserer Fertigung nicht mehr. Er kommt bei uns nur noch in früheren Serien vor, sowie bei Messern aus befreundeten Manufakturen, die ältere Bestände abarbeiten. Giraffenknochen läßt sich ausgezeichnet stabilisieren und zudem lassen sich bei den verschiedenen Etappen der Stabilisierung unterschiedliche Farbpigmente einsetzen. Das Resultat sind gefestigte Rohstoffe mit unverwechselbaren Farbstrukturen, die sich nicht wiederholen lassen und dadurch Einzelstückcharakter besitzen.
PA – franz: PALISSANDRE  / dt: PALISANDER
Palisander ist der Handelsname für diverse Holzarten von Bäumen der Gattung Dalbergia. Das deutsche Wort ist aus dem Französischen entlehnt und das stammt wiederum aus einer Mundart Guyanas. Es besitzt eine rötlichbraune Farbe, ist sehr dicht und seit Jahrhunderten ein hoch bewertetes, tropisches Edelholz ua für Musikinstrumente und den Möbelbau.
PAL – franz: PALMIER  / dt: PALMENHOLZ
Palmholz ist eine in der Kunsttischlerei geschätzte Holzart von hoher Dichte aus Afrika. Die Farbe ist ein dunkles, fast schwarzes Braun.
PI – franz:  PISTACHIER / dt: PISTAZIE
Ursprünglich in Vorder- und Zentralasien heimisch, wird Pistazie heute auch im Mittelmeerraum und Nordamerika angebaut. Das Holz ist dicht und besitzt eine grünbräunliche Farbe mit hellem Splintanteil.
PO – franz:  POMMIER / dt: APFELHOLZ
Apfelholz wächst selten wild. Sein feines Holz ist hart, dicht, oft drehwüchsig und von gelblich-rötlicher Farbe. Es läßt sich gut bearbeiten, drehen, schnitzen und polieren. Dichte 0,7 – 0,8.
PRU – franz: PRUNIER  / dt: PFLAUME, ZWETSCHE
Das Holz besitzt eine rotbraune Farbe, die mit zunehmendem  Alter nachdunkelt. Es ist so hart und dicht, daß es sich sogar für sehr hochwertige Blasinstrumente eignet.
SER – franz: SERPENT / dt: SCHLANGENHOLZ
Der deutsche Name ist irreführend, denn er kann mit AMOURETTE verwechselt werden, das in Deutschland auch SCHLANGENHOLZ genannt wird. Der lateinische Name ist  Marmoroxylon Racemosum, seine Herkunft ist Guyana. Das Holz ist sehr hart und widerstandsfähig, die Farbe hat einen ockerfarbenen Grund mit unregelmäßigen, dunkelbraunen Flecken/Streifen.
STA – franz: STAMINA  / dt: STAMINA
Ein aus mehreren Lagen verleimtes und stabilisiertes Schichtholz. Durch Einfärben der Kunstharze erreicht man unterschiedliche Farben.
TEK – franz: TECK  / dt: TEAK
Teak ist ein unempfindliches, tropisches Holz mit einer Dichte von 0,45 – 0,72. Es findet vor allem im Schiffs- und Möbelbau Verwendung.
THU – franz: THUJA  / dt: THUJA
Thuja, auch Lebensbaum, ist ein immergrünes Mitglied der Zypressenfamilie. Das wertvolle Kernholz ist braun und besitzt eine markante Punktstruktur.
VIO – franz: VIOLETTE  / dt: VEILCHENHOLZ
Unter der Bezeichnung "Veilchenholz" oder "Königsholz" wird in Deutschland Holz der Palisanderart Dalbergia cearensis gehandelt. Das Holz hat eine violette Farbe mit schwarzen Streifen und einen deutlichen Geruch nach Veilchen. Beheimatet ist es in Südamerika, Sumatra und Madagaskar. Der Baum wird bis zu 15 m hoch, das Holz ist hart und schwer.

ZI - franz: ZIRICOTE / dt: ZIRIKOTTE Die Ziricote, lat. Cordia dodecandra, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kordien aus Mittelamerika und wird dort Ziricote und Siricote genannt. Der Baum liefert ein hartes, dunkelbraunes Holz, das vor allem als Klangholz im Musikinstrumentenbau verwendet wird.