Der Süd-Osten Frankreichs reicht von der Küste des Mittelmeers bis in die Alpenregionen und von der Rhône über die Provence bis Korsika. Er umfaßt die Regionen Rhône-Alpes, Savoie, Provence, Languedoc-Roussillon, Côte-d’Azur und Korsika. Einige der schönsten und charakteristischsten Messer Frankreichs haben hier ihre Wurzeln

 

rhône-alpes (Rhone-Alpes)  

Rhône-Alpes ist eine Region im Südosten Frankreichs, die nach dem Fluß Rhone und den Alpen benannt ist. Die Region besteht aus den Départements Ain, Ardèche, Drôme, Isère, Loire, Rhône, Savoie und Haute-Savoie. Gemessen an Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft liegt sie an zweiter Stelle nach der Region Paris / Île-de-France. Ihre Hauptstadt Lyon liegt eingebettet zwischen der Ardèche und den Gipfeln der Alpen. Sie ist Wirtschafts- und Kulturmetropole des Südens und nach Paris die bedeutendste Stadt Frankreichs.

"In alle Richtungen ändert sich das Leben", treffender kann man den Wechsel von Tradition und Lebensart in den Rhônes-Alpes kaum ausdrücken. Mit dem Landschaftsbild verändert sich alles, Lebensart, Tradition, Küche und wer nach Süden fährt, erlebt sogar einen Wechsel der Witterung, von kontinentalem zu mediterranem Klima.

Im Südwesten des Rhône-Tals beginnt das Massif-Central mit Bergen, die hier schon bis auf über 1700m reichen. Die Region ist ein Naturwunder mit dem tief eingegrabenen Tal der Ardèche, Tropfsteinhöhlen, keltischen Dolmen und mittelalterlichen Ruinen und Burgen.

Im Westen liegen die Berge des Forèz.

Nach Nordwesten erstreckt sich das Département Ain mit seinen fruchtbaren Böden, wasserreichen Ebenen und sanften Tälern. Die günstigen Bedingungen zogen schon früh Menschen in diese Region. Funde und Ausgrabungen belegen die Besiedelung im heutigen Ain bereits 15.000 v. Chr. Der Menhir von Simandre sur Suran soll aus dieser frühen, vorchristlichen Siedlungszeit stammen. Für Angler und Genießer bietet das Département mit seinen Flüssen und Geflügel zahlreiche Attraktionen.

Nach Osten und Südosten beginnen die Alpen. Hier, wo Frankreich mit den Départements Savoie und Haute-Savoie an die Schweiz und Italien, grenzt, finden sich die höchsten Gipfel der Alpen, darunter der Mont Blanc Die traditionell eher arme Bergregion hat sie sich durch den Tourismus mit Hochalpinsport im Sommer und Skitourismus im Winter stark verändert. Das Gebiet wird von den Flüssen Rhône, Arve und Dranse mit Wasser versorgt und verfügt über viele bedeutende Mineralwasserquellen. Die bekannteste liegt in Évian-les-Bains (Haute-Savoie) und gehört heute dem Danone-Konzern. Auf dem felsigen Boden ist Ackerbau nur in geringem Maße möglich, nur etwa ein Drittel des Gebietes ist urbar. Dennoch bestimmen Land- und Forstwirtschaft neben Weinbau und Tourismus die Savoyen. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Getreide, Kastanien, Tabak, Hanf, und Wein. Auf den von zahlreichen Kräutern bewachsenen, malerisch gelegenen Hochweiden grasen Rinder und Schafe vor einer idyllischen Bergkulisse. Sie liefern die Milch für die auch in Deutschland geschätzten Käsesorten Reblochon und die Tomme de Savoie, die man auch für Fondue, Raclette oder Tartiflette benutzt.

In den Bergen findet man Steinkohle und Eisenerz. Mit diesen Rohstoffen konnten die Schmiede einst ein Messer schaffen, das man heute nicht nur in den Taschen der Bergbauern und innerhalb der Region findet, sondern das wegen seiner Schönheit und Gebrauchstüchtigkeit zu den beliebtesten und verbreitetsten Taschenmessern in Frankreich gehört, das ALPIN, hier in seiner Heimat auch SAVOYARD genannt.

"Nach allen Richtungen ändert sich das Leben", sagten wir eingangs. So verhält es sich auch mit den Messern, denn von Lyon aus findet man in allen Richtungen sehr unterschiedliche traditionelle Messer. Lyon und das benachbarte St-Etienne besaßen mit dem EUSTACHE und dem STEPHANOIS einst eigene Messer, die aber schon lange nicht mehr hergestellt werden. Um das EUSTACHE ranken sich zahlreiche Legenden und Gerüchte. Es soll zu Zeiten der Briganten eine wichtige Rolle gespielt haben, denn manche EUSTACHE verfügten über eine im Griff eingearbeitete Pfeife, mit deren Hilfe man sich untereinander Signale geben und zB vor den Gendarmen warnen konnte. Wir haben dieses Messer zum Anlaß genommen, um ein kleines Messer zu entwickeln, einen Bausatz mit einer Pfeife im Griff, die auch die Messerform des STEPHANOIS aufgreift. Mehr Informationen unter SIFFLET und STÉPHANOIS.

Westlich von Lyon finden wir bereits die Vielfalt der Messer des Massif-Central und der Auvergne wie THIERS, ROQUEFORT, LAGUIOLE, YSSINGEAUX usw.

Charakteristisch für die Bresse und Ain sind GOUTTIÈRE, DONJON, TONNEAU, TIRÉ-DROIT, Messer die wir aus dem Burgund kennen ... sie sind wie geschaffen für die Arbeit in Hof und Garten, waren aber gleichzeitig auch die Messer der Flussschiffer. Überall finden sich DOUK-DOUKs und das kleine SUJET, das wegen seiner Vielzahl an Klingen und Werkzeugen, das es beherbergen kann, hier auch den Namen COUTEAU-SUISSE trägt .

 

provence alpes côte-d'azur (Provence, Alpes, Côte d'Azur)      

Provence Alpes Côte-d'Azur, von welchem Blickwinkel man sich auch immer dieser faszinierenden Region nähert, ihr Facettenreichtum ist überwältigend.

Aus der Sicht der Maler, die es seit dem 19.Jahrhundert in die Provence zieht, ist es das Licht, das der Landschaft und seinen Objekten ihren einzigartigen Charakter verleiht und sind es die Farben, die vom Blau des Himmels, dem Ziegelrot der Dächer über die Gelb- und Grünpalette sonnendurchglühter Felder bis zu dem intensiven Violett der Lavendelfelder reichen.

Aus Sicht der Parfumeure ist es das Land der Düfte und Grasse ist seine Hauptstadt.

Aber es ist nicht allein jene Stimmung aus Farben, Düften, Licht und Schatten, der die Region ihre Faszination verdankt. Es ist die leichtere Art des Lebens im Süden, das "laissez-faire", "fünf gerade sein" zu lassen samt dem Motto "savourer les moments", also einfach den Moment zu genießen.

Es gibt die unterschiedlichsten Landschaften zu entdecken, die von den mondänen Städten und Stränden der Côte d'Azur, über das Reservat der Bouche du Rhône und Camargue, über die wilden Canyons und Gorges (Schluchten) bis zu den Alpen reichen. In den Bauwerken und Stadtbildern hat die wechselvolle Geschichte der Provence ihre Spuren hinterlassen, es sind Highlights wie Reste der ursprünglich hellenistischen Besiedlung, römische Bauwerke in Nîmes samt Aquädukt Pont de Gard, der das römische Nîmes einst mit Wasser versorgte, zahlreiche mittelalterliche Stadtgründungen oder der Palast der Alternativ-Päpste in Avignon, um nur einige zu nennen. Der Tourismus ist heute die Haupteinnahmequelle der Region.

Daneben aber gibt es das Leben der Landbevölkerung, die eine eigene Sprache, das Occitan oder "lang'doc" spricht. Sie bauen Gemüse an und Oliven, sind Winzer und Schafzüchter, die auf den Märkten ihre Erzeugnisse anbieten. In der Camargue züchtet man eine wilde Rinderrasse, deren Stiere in den Arenen zu einem unblutigen Stierkampf antreten, den man Cours à la Cocarde nennt bei dem die jungen Männer versuchen mit Mut, Geschicklichkeit und Schnelligkeit die zwischen die Hörner gespannte Kokarde zu erhaschen. Und zu allem singt die "Cigale" ihr nicht enden wollendes Lied, weshalb viele sie für das wahre Wappentier der Provence halten.

Verläßt man die südlichen, küstennahen Gegenden und besucht die nördlichen Départements Alpes-Maritimes und Hautes-Alpes, dann trifft man auf eine Berglandschaft, in der die Region ein ganz anderes Gesicht zeigt. Man betritt eine andere Welt mit Bergen, die bis zu 3.000 m Höhe reichen und zunehmend wild, schroff und einsamer werden. Selbst wenn der Tourismus auch hier Einzug gehalten hat, so findet man in den Bergdörfern und Almhütten noch den anderen Rhythmus, den Natur und Berge vorgeben. Hier oben betreibt man alpine Milchwirtschaft und erzeugt aus der Milch der Schafe, Ziegen und Kühe exzellente Käse. Hier treffen wir ein Messer, das ganz zu seiner Region und zu den Menschen paßt, das ALPIN. Viele nennen es auch SAVOYARD nach seinem Ursprung in den Savoyen. Mit seiner breiteren Yatagan-Klinge ist es wie geschaffen für die täglichen Anforderungen. Manchmal ziert seinen Griff aus naturbelassenen, einheimischen Hölzern, Horn oder Bélier eine kleine Schneeflocke aus fein eingearbeiteten Metallstiften, dem Symbol der Alpen. Im Jahr 2016 hat der Meilleur Ouvrier de France Robert Beillonnet dieses Messer für PassionFrance® neu definiert. Seit 2017 produzieren wir es mit vollen Griffen aus Widderhorn, Hirschhorn und anderen Materialien, die für die Region typisch sind.

Im Süden, an den Küsten der Provence findet sich das MONTPELLIER, ein Messer der Fischer und Segler, dem wir auch im Languedoc-Roussillon begegnen. Es ist wie das CAPUCIN eines der ältesten Messer Frankreichs, mit einer ganz besonderen Klingengeometrie, die den Anforderungen an Bord eines Schiffes, der Arbeit mit Segeltuch und Tauen, angepaßt ist. Man sagt, daß es vor Generationen, als es in der Marine noch Segelschiffe gab, zur Ausrüstung der Matrosen gehört habe.


languedoc-roussillon (Languedoc-Roussillon)     

Languedoc-Roussillon, auf okzitanisch heißt es Lengadòc-Rosselhon und auf katalanisch Llenguadoc-Rosselló. Beide ursprünglich hier beheimateten Sprachen verweisen auf die wechselvolle Geschichte, die über Jahrhunderte geprägt war durch die Auseinandersetzungen zwischen der Kirchenpolitik Roms und den Katharern. Das Languedoc wurde - wie weite Teile des heutigen Südfrankreichs - erst im Hochmittelalter der französischen Krone unterworfen, denn der Adel von Okzitanien war traditionell mit dem König von Frankreich eher verfeindet. Vorwand hierzu bot die dort um diese Zeit verbreitete religiöse, kirchenkritische Strömung der Katharer, die vom König und vom Papst mit großer Härte verfolgt wurden, wobei auch die blühende okzitanische Kultur zerstört wurde. Im Jahre 1208 wurde ein eigener erster Kreuzzug gegen die Katharer geführt. Hierbei wurden u.a. im Juli 1209 sämtliche Einwohner der Stadt Béziers, etwa 20.000 Menschen, umgebracht. Es folgte ein weiters Massaker in Minerve. Ein zweiter Kreuzzug fand 1226 unter der direkten Leitung des französischen Königs statt, der jedoch schon bei der Anreise ins Kriegsgebiet den Tod fand. Ein dritter und letzter Kreuzzug beendete 1244 dann die letzten Reste der katharischen Kultur bei der Belagerung des Château von Montségur. Stützpunkt der (Nord-)Franzosen wurde die befestigte Stadt Carcassonne. Geblieben sind die Ruinen der Burgen, die oft schwer zugänglich auf den Berghöhen liegen und Stoff für zahlreiche Romane liefern…

Die Region Languedoc-Roussillon umfaßt heute die an der Mittelmeerküste liegenden Départements Aude, Gard, Hérault und Pyrénées-Orientales sowie das gänzlich anders geartete, geographisch zum Massif Central gehörende, Département Lozère.

Zusammen mit der Provence bilden die drei erstgenannten Départements die Küste des Mittelmeers. Das "Midi", wie man es nennt, ist beliebtes Reiseziel nicht nur der Franzosen, was alle Jahre wieder im August zu verstopften Straßen führt. Aber die Sonne des Südens ist verlockend. Die Sehenswürdigkeiten wie die Relikte aus römischer Zeit, etwa der Pont de Gard oder der Tempel in Nîmes, die Kontraste der Landschaften samt ihrer Farben und die Mentalität der Bevölkerung im Süden, die auch in ihrer Liebe zum Stierkampf ihren Ausdruck findet, üben einen fast magischen Reiz aus. Und nicht zuletzt, man versteht es hier im Süden gut zu leben. Die Siesta gehört zum Tagesrhytmus. Auf den Märkten kauft man die Zutaten der Mittelmeerküche, Wein, Oliven, Ziegenkäse, Lammfleisch und die Fische des Mittelmeers.

Hier fanden wir ein maritimes Messer, das uns verblüffte und begeisterte, das MONTPELLIER. Verblüffte, weil es mit seiner tief liegenden Klingenspitze der Klingengeometrie des LONDON, einem Messer der Nordküsten, konstruktiv gleicht und ebenso perfekt an alle Arbeiten an Bord eines Bootes angepaßt ist. Begeisterte, weil es in seiner fast archaisch einfachen Konstruktion –vergleichbar dem CAPUCIN- auf sehr alte Wurzeln schließen läßt. Alle diese Messer vom Typ "Piémontais" verzichten auf eine Rückenfeder. Sie öffnen und schließen sich durch Bewegung der Klinge und arretieren nicht fest, sondern nur durch den Druck des Griffs am Niet der Klinge. Hinzu kommt bei dem MONTPELLIER eine einzigartige Klarheit und Reinheit der Linienführung. Welches Vergnügen, ein solches Messer in der Tasche haben zu dürfen. Es ist ein echter Compagnon fidèl, immer zur Stelle wenn man es benötigt, um einen Tampen zu schneiden oder ein gerissenes Segel zu reparieren und ebenso, wenn man dann beim Casse-croûte Brot, Wein und Käse mit Freunden teilt.

 


corse (Korsika)     

Der Versuch Korsika zu beschreiben ist schwierig. Daß es wunderschön ist, wussten bereits die Griechen, sie nannten die Insel "Kalliste", die Schönste. In Frankreich nennt man sie Île de Beauté. Wie ein steiles Gebirge ragt sie vom Meeresgrund bis in eine Höhe von 2700m auf.

Korsika teilt die Geschichte anderer Mittelmeerinseln, die im Laufe ihrer Geschichte den unterschiedlichsten und häufig wechselnden Herrschaftseinflüssen unterworfen waren. Ein unbändiger Wille zur Freiheit und Selbstbestimmung hat sich bis heute erhalten. Er prägt Sprache, Kultur und Geschichte der Insel und steht im Widerspruch zu der zentralistischen Politik Frankreichs. Hinzu kommt, daß die Insel nur 80 km von Italien, aber 190 km von Frankreich entfernt liegt, sich fast 1000 Jahre unter italienisch-genueser Herrschaft, aber nur 250 Jahre unter französischem Einfluß befindet. Ein kurzer historischer Abriß verdeutlicht die Kultur der Insel:

Eine steinzeitliche Kultur, die ihrerseits eine korsische Urbevölkerung verdrängte, hinterließ Megalithen und Menhire. Danach gründeten Etrusker, Phokäer und Karthager in einer bronzezeitlichen, später hellenistischen Phase Handelsniederlassungen an der korsischen Küste, seit 384 v.Ch. stand Korsika unter syrakusanischer, seit 284 v.Ch. unter römischer Herrschaft. 725 n.Ch. wurde Korsika von den Langobarden erobert. Karl der Große schenkte die Insel dem römischen Kirchenstaat. Die Langobarden, die Korsika seit dem 8. Jahrhundert besetzt hielten, wurden von Pisa und Genua vertrieben. Genua wiederum setzte sich gegen Pisa im Jahre 1300 durch. Trotz genuesischer Maßnahmen zur Rechtssicherung und wirtschaftlichen Sanierung hemmten Anarchie, Vendetta und Banditentum den sozialen Aufschwung der Insel …

Zwei Versuche, ein unabhängiges Korsika zu schaffen, mißlangen:

Erstens, eine Erhebung des westfälischen Abenteurers Theodor Baron Neuhof, der 1735 als Theodor I. zum König von Korsika ausgerufen wurde.

Zweitens, der Versuch von Pascal Paoli anno 1755. Er bekämpfte die Genueser, proklamierte eine demokratische Verfassung, die zum Teil in die amerikanische Verfassung einging. 1769 mußte er sich den Franzosen geschlagen geben und ging ins Exil. Bis heute wird er als Nationalheld gefeiert.

Im Vertrag von Versailles von 1768 wurde Korsika von Genua an Frankreich verkauft. Seitdem gehört Korsika zu Frankreich. In den 70er Jahren verstärkten sich die bis heute fortdauernden Autonomiebestrebungen, in deren Folge sich Untergrundbewegungen bildeten. Die wohl bekannteste ist die FLNC. Seit 1982 besitzt Korsika einen Sonderstatus, der eine beschränkte Autonomie vorsieht.

corse montagneWirtschaftlich ist Korsika abhängig vom Tourismus, der sich an den Küstenregionen konzentriert. Im Landesinneren dominiert das Gebirge mit großen Wäldern mit Eßkastanien und etwas Landwirtschaft, kleinen Dörfern und einer duftenden Macchia. Napoléon Bonaparte, der als bekanntester Sohn der Insel gilt, soll gesagt haben, daß er seine Heimat allein an ihrem Duft erkenne. Für die traditionellen regionalen Messer der Insel Korsika gelten drei verschiedene Einflüsse als wahrscheinlich.

- Die korsische Kultur spiegelt sich in den Messern wider. Die einfachen Messer des "wahren" Korsika sind einfach und traditionell vom Typ Piémontais, verfügen also nicht über ein Ressort im Messerrücken. Die Dorfschmiede besaßen sehr wohl die Fähigkeit, gute Messerklingen zu schmieden und diese zu härten. Ihnen fehlte aber das Wissen zur Anfertigung flexibler Federstähle für die Ressorts und sie besaßen nicht die feinmechanischen Kenntnisse und Fertigkeiten zum Bau eines komplexen Taschenmessers mit Ressort. Mit den regionalen Materialen, vor allem dem Horn der Widder, entstanden über die Jahrhunderte charakteristische Messer für alle bäuerlichen Tätigkeiten, im Wald, auf den Weiden, für die Jagd und ebenso wie für die Küche. Ihre Formen haben sich bis heute erhalten und sind Zeugen der alten Kultur der Insel.

- Der genuesische Einfluß: von den Genueser Dolchen beeinflußt, entstand ein Messer, das den Namen "VENDETTA" trägt. Von diesen Messern sagt man, sie seine für sie Arbeit im Garten und im Wald weniger geeignet, hätten aber schon so manchen Streit entschieden … Messer dieser Art stellte man auf der Insel nicht her. Man importierte sie von den Schmieden in Thiers und fahrende Händler verkauften sie an die Geschäfte oder von Haus zu Haus.

- Der Einfluß des französischen Festlands war immer groß. Für die Kultur der Messer bedeutete das, daß die Taschenmesser, die heute auf Korsika für die unterschiedlichsten Tätigkeiten benutzt werden, schon seit Generationen in Thiers hergestellt wurden. Da sie auch an die Boutiquen für die Touristen verkauft wurden, finden sich viele "touristische" Modelle, die mit den traditionellen, echten Messern nichts zu tun haben. Erst seit wenigen Jahren hat sich wieder eine eigenen Messermacherszene in Korsika etabliert.

Kulinarisches

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen und Messer gehören ganz bestimmt dazu. Beim Casse-croûte und beim Picknick sind Taschenmesser üblicherweise das bevorzugte Besteck, aber auch am Tisch, zuhause oder an der Tafel im Resto, werden in Frankreich die Taschenmesser häufig anstelle eines Steak- oder Tafelmessers benutzt. Deshalb möchten wir an dieser Stelle und in loser Folge Gerichte aus der kulinarischen Tradition der Region zum Nachkochen vorstellen. Wenn Sie Anregungen haben, dann freuen wir uns, von Ihnen zu hören.

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DOWNLOADS

Kurze Geschichte der Messer aus Laguiole
MARITIME MESSER

Traditionelle Klingentypen

KlingentypfrançaisMesserbeispiel

Klinge mit mittiger Spitze

pointe centrée

PRADEL, QUEUE-DE-POISSON,

Bourbonnais-Klinge

lame bourbonnaise

LAGUIOLE 1850, YSSINGEAUX

Schäferklinge

lame berger

BERGER

Piétain-Klinge

lame piétain

BERGER, PIÉTAIN

Salbeiblatt-Klinge

lame en feuille de sauge

SIFFLET, STÉPHANOIS

Yatagan-Klingen

lames yatagan

ALPIN, LAGUIOLE

Klinge mit angehobener Spitze

lame à pointe relevée

THIERS

Klinge mit abgesenkter Spitze

lame à pointe rabattue

MONTPELLIER

Türkische Klinge

lame à la Turque

DOUK-DOUK

"englische" Klinge

lame anglaise (également appelée "Stylet")

LONDON

Schaffußklinge

lame en pied de mouton (également appelée "Stylet")

DONJON, TONNEAU

Hippenklinge

lame de serpette

SERPETTE

 

 

 

Traditionelle Schließkonstruktionen bei Taschenmessern

PIÉMONTAIS mit zwei Stiften

"couteau à deux clous"

CAPUCIN, MONTPELLIER, PIEMONTAIS

Messer mit rundem Talon

"talon ronde"

MINEUR, VENDETTA

Messer mit eckigem Talon

"talon carré"

ALPIN, LONDON


Quelle: L'HOMME ET SON COUTEAU,
Marc Prival & Roger Rouquier, CRÉER 2001

Messer mit Cran forcé

"cran forcé"

LAGUIOLE, YSSINGEAUX, SAINT-MARTIN

 

 

 

Bauschema eines traditionellen Taschenmesser, Beispiel LAGUIOLE:

 

Klingenstähle INOX

KohlenstoffChromManganMolybdänPhosphorSiliziumSchwefelVanadiumKobaltStickstoffHRC
440A
0,6-0,7516-1810,750,0410,03---55-57
440B
0,75-0,9516-1810,750,0410,03---56-59
440C
0,95-1,216-1810,750,0410,03---58-60
12C27
0,613,50,4-0,030,40,01---54-56
13C26
0,65130,65-0,030,40,01---55-57
19C27
0,9513,50,65-0,030,40,01---57-60
D2
1,4-1,611-130,60,9-0,6-0,8--58-61
RWL34
1,05140,54-0,5-0,2--54-56
ATS34
1,05140,440,030,350,02---58-61
CPM 440V
2,15170,400,4-0,4-5,5--56-58
VG-10
0,95-1,05150,50,9-1,20,30,6-0,1-0,31,3-1,5-58-61
X15TN0,415,5-2-0,3-0,257-60

 

 KLINGENSTÄHLE KOHLENSTOFF

           KohlenstoffChromManganMolybdänPhosphorSiliziumSchwefelVanadiumKobaltStickstoffHRC
 XC75  0,7-0,8   -   0,4-0,7-0,0350,15-0,350,035---60

 

Kohlenstoff ( C ) : ist das wichtigste und einflussreichste Legierungselement. Mit steigendem C-Gehalt erhöhen sich zum einen Festigkeit und Härtbarkeit des Stahles, ( ab 0,5 % C ist ein Stahl überhaupt erst härtbar ), wogegen seine Dehnung, Schmiedbarkeit und Bearbeitbarkeit durch spanende Methoden ) herabgesetzt werden. In erschmolzenen Stählen sind max. 2% möglich, mehr bei pulvermetallurgischen Stählen.

Chrom ( Cr ) : macht Stahl öl- beziehungsweise lufthärtbar und steigert die Zugfestigkeit. Ab ca. 14%Cr gilt ein Stahl als korrosionsbeständig, also rostträge.

Mangan ( Mn ) : desoxidiert, erhöht die Härtbarkeit, die Streckgrenze und die Festigkeit, außerdem verbessert es die Schmiedbarkeit.

Molybdän ( Mo ) : verbessert die Härtbarkeit, fördert die Feinkornbildung, erweitert die Streckgrenze und erhöht die Festigkeit. Molybdän ist ein starker Karbidbilder.

Nickel ( Ni ) : wirkt sich auf die Festigkeit aus. Sorgt zusammen mit Chrom für eine gute Durchhärtung und schützen vor Rost und Zunder.

Phosphor ( P ) : befindet sich im unbehandelten Roheisen. Da es bei der Umwandlung zu Stahl eher schadet als nutzt wird versucht sein Anteil so gering wie möglich zu halten.

Silizium ( Si ) : erhöht die Festigkeit und die Verschleißfestigkeit sowie die Elastizität. Mögliche Beeinträchtigung bei der Formbarkeit setzen dem Silizium-Gehalt im Stahl aber Grenzen.

Schwefel ( S ) : siehe Phosphor

Wolfram( W ) : sorgt für extrem harte Karbide und wirkt sich auf die Zähigkeit aus.

Vanadium ( V ) : ist ein starker Karbidbilder und verfeinert das Korn des Stahles.

 

Härten nach dem Schmieden: Durch Erhitzen von härtbarem Stahl über die Umwandlungstemperatur (bei Kohlenstoffstählen ca. 780° C, bei rostfreien Stählen ca. 1050°C, je nach Legierung) und anschließendes Abschrecken (in Wasser, Öl oder Luft) bildet sich eine neue, feinere Kristallstruktur. Der Stahl wird härter, spröder und durch das feinere Gefüge besser schärfbar. Der Härtewert kann z.B. durch eine Rockwell-Härteprüfung (Eindrücken eines Diamantkegels) ermittelt werden.

Anlassen nach dem Härten: Da das nach dem Härten vorliegende Gefüge in der Regel zu spröde ist, wird der gehärtete Stahl unter kontrollierten Bedingungen bei 180-300°C erhitzt, um ihm die Eigenspannung zu nehmen. Die Härte verringert sich dabei etwas, der Stahl wird zäher und bruchfester. Es ist zu beachten, dass die Eigenschaften von Stählen nicht nur von ihrer chemischen Zusammensetzung abhängen, sondern auch ganz entscheidend von der Verarbeitung und Art der Wärmebehandlung. So wird z.B. durch sorgfältiges Schmieden das Gefüge homogener und feiner. Zu starkes oder zu langes Erhitzen beim Schmieden, Härten oder Anlassen kann zu einer Randentkohlung und damit zu verminderter Härte und Standzeit führen. Verunreinigungen (z.B. Phosphor oder Schwefel) haben einen sehr negativen Einfluss auf das Sprödbruchverhalten.

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Für unsere Etuis verwenden wir feinstes Kalbsleder. Zuschnitt, Naht, die präzisen Stiche und das Finish der Ränder ... alles entsteht in reiner Handarbeit. Sie sind, wie unsere Messer, Botschafter echter Handwerkskunst, die sich über Jahrhunderte in Frankreich entwickeln konnte. Sie sind zu 100 Prozent "Made in France", treffender … Handmade in France.

 

TASCHENETUIS

Taschenetuis / Einstecketuis schützen Messer in Taschen oder Handtaschen. Wir fertigen sie nicht aus zwei Lederstücken, sondern in der Version eines "papillons“ / Schmetterlings. Dadurch benötigen wir zwar mehr von dem kostbaren Leder, aber die empfindlichen Nähte werden dadurch kürzer und das Etui erhält eine längere Lebensdauer.
Bei unserem klassischen Modell ALLROUNDER haben Sie die Wahl zwischen 2 verschiedenen Formen, dem Modell SLIM für normale Messer und dem Modell LON (LARGE) für breite Messer.

 

GÜRTELETUIS

Die Gürteletuis fertigen wir zweilagig mit einem kräftigen Leder außen und einer weichen Innenlage. Zusätzlich decken wir die Druckknöpfen innseitig mit einem Lederflicken ab. 
Ein spezielles Design der Gürtelschlaufe gestattet es, das Etui horizontal oder vertikal zu tragen. 

 

Die Taschenetuis NEW MODEL haben wir speziell für unsere neue SERIE LUXE (Design Robert Beillonnet) entwickelt.
size1 für das ALPIN
size2 für das LAGUIOLE 11cm
size3 für das LAGUIOLE 12cm
size 4 für die beiden maritimen Typen LONDON und SEURRE
Einige große Zahl unserer klassischen Modelle passen aber ebenfalls hinein.

 

GRÖSSEN und ARTIKELNUMMERN
Die passenden Größen entnehmen Sie der Tabelle "Welches Messer in welches Etui" oder fragen Sie im Zweifelsfall bei uns an.

Alle Etuis tragen als Zeichen ihrer Authentizität den COQ, das Logo von PassionFrance®

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ALU – franz: ALUMINIUM / dt: ALUMINIUM
Bevorzugtes Material von Philippe Starck und Modematerial der HIGH-SOCIETY im ART-DECO für die LAGUIOLES.
AM – franz: AMOURETTE / dt: SCHLANGENHOLZ
Tropisches Holz mit rot-brauner Farbe aus Südamerika, dessen typische Zeichnung an eine Schlange erinnert. Dichte 1,2 bis 1,3.
BDC – franz: BOIS DE CERF / dt HIRSCHHORN

Im Gegensatz zum Kuh- oder Widderhorn besteht es nicht aus Horn, sondern aus Knochenmaterial. Es ist sehr hart, widerstandsfähig und wasserfest, deshalb auch für maritime Messer, die in Kontakt mit Wasser kommen können, geeignet. Die Kruste ist braun und manchmal mit Perlen besetzt. Wir verarbeiten es am liebsten wie Mammut, indem wir in der Griffmitte die braune Kruste stehen lassen und zu den Rändern den weißen Knochen zeicgen.

BE - franz: Bélier / dt: Mufflon- oder Widderhorn. Ein teurer und exklusiver Rohstoff. Bélier besitzt eine markante Oberfläche mit sg. "Kannelüren", die aus dem Wachstum des Horns herrühren. Auch die Verarbeitung ist aufwändig, wenn man versucht, ein Maximum dieser Struktur auf dem Griff zu erhalten. Die Farbpalette reicht von bersteinfarben bis schwarz.   

BOU – franz: BOULEAU / dt: MASERBIRKE
Helles Edelholz mit dunklen Adern aus Nordeuropa oder Nordamerika. Dichte 0,6 bis 0,7.
BR – franz: BRUYÈRE / dt: BRUYERE
Bruyère ist das Wurzelholz der französischen Baumheide mit rotbrauner Farbe, dessen Maserung je nach Einschnitt als „straight-grain“ oder „bird-eye“ bezeichnet wird. Sie ist im Mittelmeerraum heimisch und als exklusives „Pfeifenholz“ bekannt.
BU – franz: BUIS  / dt: BUCHSBAUM
Buchs ist ein extrem widerstandsfähiges, dichtes, hellblondes Holz, das seine Farbe im Alter zu einem Ockerbraun vertieft. Es ist typisch für den Süden Frankreichs. Mit seiner Dichte von 0,9 bis 1,1 ist es das härteste Holz Europas und so dicht, daß es im Wasser versinken kann.
CA – franz: CADE oder GENEVRIER  / dt: WACHOLDER
Dekoratives Holz aus der Zypressengattung, ockerfarben mit markantem Kampfergeruch. Vorkommen auf der nördlichen Halbkugel. Das Holz neigt zu Drehwuchs und Rißbildung.
Cb – franz: ACIER CARBONE BRUNI  / dt: KOHLENSTOFFSTAHL BRÜNIERT
Das Brünieren (von franz.“brunir“=bräunen) dient seit Alters her dem Schutz von Stahloberflächen wobei der Stahl seine Farbe in ein dunkles Braun-Schwarz ändert. Die Brünierung ist keine Beschichtung wie die Verchromung, sondern eine Veränderung der Moleküle auf der Stahloberfläche.
Cc – franz: ACIER CHROMÉ  / dt: KOHLENSTOFFSTAHL VERCHROMT
Im Gegensatz zum Brünieren erhält die Stahloberfläche beim Verchromen eine glänzende Chromschicht von mehreren µm Stärke. Sie dient gleichzeitig der Veredelung und als Rostschutz.

CB – franz: CORNE BLONDE  / dt: BLONDE HORNSPITZE
Die blonde Hornspitze gilt als die teuerste und exklusivste Partie des Kuhhorns. Sie ist komplett massiv, sehr dicht und schwieriger zu bearbeiten als das schwarze Horn. Ursprünglich typisch für die Rinder Europas wird sie derzeit immer seltener, weil zunehmend weniger Rinder mit Hörnern gezüchtet werden. Auch aus Afrika kommt immer weniger blondes Kuhhorn, weshalb die Preise für Spitzenqualitäten in der jüngsten Vergangenheit stark gestiegen sind. Die Farbpalette des CORNE BLONDE ist quasi unbegrenzt von milch-hell über bernstein-karamel-mokka bis fast schwarz, sei es einfarbig, gefleckt, marmoriert oder gestreift. Brillant poliert erreicht das Horn sein Höchstmaß an Schönheit und Eleganz.

CCn – franz: CORNE CACHÉE  / dt: ECHTES HORN
Im Gegensatz zu der massiven Hornspitze gewinnt man das « echte Horn » aus der unteren, röhrenförmigen Partie des Kuhhorns, mit der es auf dem Knochenzapfen des Schädels wächst. Charakteristisch ist eine weiß-graue Hornschicht, die mehr oder weniger dicht auf schwarzem Grund liegt. Sein Marktpreis ist billiger als die Hornspitze, aber seine charakteristische Farbe und Maserung läßt sich weder mit blonder noch schwarzer Hornspitze imitieren.
CCr – franz: CORNE CACHÉE ROSE / dt: ECHTES ROSA HORN
Diese spezielle Farbigkeit erreicht man durch Einfärben der Unterseite der blonden Hornplakette mit einer eisenoxidhaltigen Paste, die ursprünglich beim Schleifen der Klingen als Abfallprodukt anfiel. Diese Farbigkeit ist typisch für Messer aus dem 19. Jahrhundert und dem ART-DECO Heute ist das Rezept fast vergessen, nur wenige kennen noch das Geheimnis seiner Herstellung.
CER – franz: CERF  / dt: HIRSCHHORN
Im Gegensatz zum Kuhhorn besteht das Hirschgeweih aus einer Knochensubstanz, die sehr hart und widerstandsfähig ist. Die Oberfläche ist zudem von charakteristischer und individueller Schönheit. Schon seit der Steinzeit verwenden Menschen dieses Material für ihre Werkzeuge und Waffen.
CHA – franz: CHATAIGNER  / dt: ESSKASTANIE / MARONE
Das Holz der Eßkastanie ist von heller Farbe, ziemlich hart und widerstandsfähig gegen Pilz- und Schädlingskulturen. Es wächst vor allem im Süden Frankreichs von den Savoyen bis zu den Cevennen. Seine Früchte, die Maronen, haben die Küchenkultur Frankreichs, in der sie den Platz der Kartoffel einnehmen, entscheidend beeinflußt. Maronenholz ist also nicht nur ein guter Messergriff sondern auch ein Teil der fränzösischen Kultur und Küche.
CHE – franz: CHÊNE  / dt: EICHE
Eichenholz ist schwer und mit seinem Gehalt an natürlichen Gerbstoffen sehr widerstandsfähig. Vor allem in dem zu Zeiten des Sonnenkönigs im Bourbonnais angelegten Eichenwald von Tronçais wachsen die schönsten und begehrtesten Exemplare.
CHV – franz: CHÊNE VERT  / dt: STEINEICHE
Die Steineiche ist ein immergrüner Baum aus dem Mittelmeerraum zu dessen Familie auch die Korkeichen gehören. Ihr Holz ist sehr hart und besitzt eine charakteristische Maserung.
CN – franz: CORNE NOIR  / dt: SCHWARZE HORNSPITZE
Das schwarze Horn stammt von Wasserbüffeln und wird traditionell aus Asien oder Afrika importiert. Seine Farbe ist gleichmäßig und wird nur selten durch hellere oder transparente Partien individualisiert. Die  Verarbeitung ist unkomplizierter als die des blonden Horns, das derzeit sogar erheblich teurer ist. Seine unverwechselbare Schönheit erreicht es noch brillanter Politur.
CRB – franz: CROÛTE DE BUFFLE  / dt: BÜFFELHORN-KRUSTE
Wie das Widderhorn besitzt das Büffelhorn eine unregelmäßige Oberflächenstruktur. Diese Schönheit und individuelle Struktur bei einem Messergriff zu erhalten, ihm dadurch eine unverwechselbare Einzigartigkeit zu verleihen, ist die hohe Kunst.
CUI – franz: CUIR  / dt: LEDER
Nur wenige Partien einer Kuhhaut liefern Leder in einer Qualität und Dicke, die es gestattet, davon Messergriffe anzufertigen. Als Griffmaterial besitzt es eine ungewöhnliche Widerstandsfähigkeit und überrascht gleichzeitig durch seine Haptik.
EB und EBG – franz: ÉBÈNE  / dt: EBENHOLZ
Der Begriff Ebenholz umfaßt mehrere Arten der Gattung Diospyros, ihr hochbewertetes Holz ist hart, schwer und teuer. Seit Jahrhunderten wird es  im Möbelbau und für Musikinstrumente verwendet. Im Messerbau verwendet man sowohl schwarze Sorten wie Macassa-Ebenholz, das mit seinen rotbraunen Einstreifungen mehr Leben besitzt. Heimat sind die tropischen und subtropischen Wälder.
EC – franz: ÉCAILLE  / dt: SCHILDKRÖT-IMITAT
Schildkröten sind streng geschützt, Handel und Verwendung ihres Panzers ist nicht gestattet. Da nur wenig CITES-lizensiertes Material (und das zu astronomischen Preisen) gehandelt wird, hat man bereits früh damit begonnen, dieses wunderschöne Material durch synthetische Materialien zu imitieren. Wir verwenden es aus Artenschutzgründen gar nicht.
ERA – franz: ÉRABLE  / dt: AHORN
In ganz Europa vorkommend. Es erreicht besonders als Bergahorn Qualitäten für den Bau der exklusivsten Musikinstrumente. Dieses helle Holz besitzt einen „Riegel“, der bei unterschiedlichem Licht als Welle im Holz erkennbar wird. Dichte 0,6 bis 0,7.
FC – franz: FIBRE CARBON  / dt: KOHLEFASER
High-Tech-Material bekannt aus der Formel 1 und dem Bau von Hochseeyachten. Extrem leicht, extrem widerstandsfähig, hochpreisig und mit einer markanten gitterartigen Struktur, die durch das Kohlefasergewebe hervorgerufen wird.
FRE – franz: FRENE / dt: ESCHE
Ein im Möbelbau und der Kunsttischlerei gerne verwendetes Holz mit einer Dichte von 0,7 – 0,8. Wir verwenden für die PIEMONTAIS Teile einer kleinenige Partie mit ungewöhnlicher Farbe und Maserung.
GAI – franz: GAIAC / dt: POCKHOLZ
Vorkommen in Südamerika und Westindien. Sehr schweres, dichtes, fetthaltiges Holz von dunkelgrünlich-brauner Farbe mit engem Faserverlauf und einer feinen, gleichmäßigen Struktur. Wegen seiner Eigenschaften besonders geeignet für maritime Messer. Früher verwendete man es sogar als Lager für Motorachsen. Dichte 1,2 – 1,4.
GE – franz: GENEVRIER od. CADE  / dt: WACHOLDER
Dekoratives Holz aus der Zypressengattung, ockerfarben und mit markantem Kampfergeruch. Vorkommen auf der nördlichen Halbkugel. Das Holz neigt zu Drehwuchs und Rißbildung.
GEN – franz: GENET  / dt: GINSTER
Ginster ist ein Rohboden-Pionier und gedeiht auch auf kargen Untergründen, weshalb es in Südfrankreich und dden Causses häufig vorkommt. Sein zähes Holz ist von heller Farbe mit grünbraunen Strukturen ähnlich dem Pistazienholz und besitzt einen zarten Pfefferduft. Wir verwenden es ausschließlich für unsere ROQUEFORT / LAGUIOLE-DROIT.
HET – franz: HETRE  / dt: BUCHE
Ein in ganz Europa heimischer Baum, der eine Höhe bis 40m erreicht. Das Holz ist hell, besitzt eine gleichmäßige Struktur und hat deshalb eine große Anwendungsvielfalt vom Möbel- bis zum Instrumentenbau. Dichte 0,7 – 0,8.
IF – franz: IF  / dt: EIBE
Eibe ist das einzige einheimische Nadelholz das weder im Holz noch in der Rinde Harz aufweist. Sein Kernholz besitzt eine attraktive Ockerfarbe und ist sehr zäh. Früher war es das begehrteste Holz für den Bau von Langbögen.
IN – franz: INOX  / dt: INOX
Edelstahl ist ein hochlegierter Stahl und besitzt eine graubläuliche Farbe. Die Oberfläche ist sehr widerstandsfähig und wird entweder satiniert oder glänzend poliert.
IV – franz: IVOIRE  / dt: ELFENBEIN
Elfenbein ist das Material der Stoßzähne von Elefanten, Mammut, Walross, Nilpferd, Narwal, Wildschweinen usw. Je nach Art des Tieres sind die Farbe und Eigenschaften verschieden. Verwendet wird es hauptsächlich zur Kunstschnitzerei, früher auch zur Produktion von Klaviertasten, Billardkugeln etc. Der Wert des Elfenbeines hängt von dem Tier ab, von dem es stammt, Narwal ist am wertvollsten. Eine CITES-Bescheinigung, die die Legalität selbst einer kleinen Menge wie die eines Messergriffs bescheinigt, ist unverzichtbar und sollte sorgsam aufbewahrt werden. Seit 2016 werden in Frankreich keine neuen CITES-Bescheinigungen ausgestellt. Die Verarbeitung und der Handel sind in Frankreich seitdem verboten.
KRA – franz:  PAPERSTONE / dt: PAPERSTONE oder KRAFTPAPIER
Paperstone ist ein recyceltes Fasermaterial von hoher Dichte. Es ist sehr widerstandsfähig und findet deshalb eine breite Verwendung vom Haus- bis zum Bootsbau. Hergestellt werden verschiedene Farben, Tests in Spülmaschinen verliefen bisher erfolgreich.
LAI – franz: LAITON  / dt: MESSING
Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink. Seine Farbe wird vor allem vom Zinkgehalt bestimmt: Bei Zinkgehalten bis 20 % ist Messing bräunlich-rötlich, bei Gehalten über 36 % hellgelb bis fast weißgelb. Es ist relativ weich und besitzt deshalb ausgezeichneten Formeigenschaften für das Abformen aus Modeln.
MA – franz: MAMMOUTH  / dt: MAMMUT
Mammutelfenbein ist fossiler Mammutstoßzahn, grundsätzlich dem Stoßzahn der Elefanten vergleichbar, aber versteinert. Das Alter beträgt zwischen 150.000 und 15.000 Jahren. Die Farbe ist abhängig von dem Milieu und den Mineralien des Bodens, in dem der Stoßzahn lagerte. Für den Handel und die Verarbeitung wird keine CITES-Bescheinigung benötigt, da Mamuts ausgestorben sind. Die Preise schwanken stark mit der Qualität, denn die Nachfrage vor allem nach fehlerfreien Qualitäten ist hoch. Verarbeitet werden deshalb zunehmend mindere und gerissene Qualitäten, die mit teilweise eingefärbten Kunststoffen  stabilisiert werden, wodurch sich wieder neue Materialien, meist mit gestreifter Charakteristik ergeben.
MIR – franz: MIRABELIER  / dt: MIRABELLE
Mirabelle ist eng mit Pflaume und Zwetsche verwandt. Das Kernholz ist rötlich-braun, der Splint gelblich. Das Holz ist sehr dicht und erreicht fast die Härte von Buchsbaum, weshalb es schon immer äußerst begehrt war und auch im Instrumentenbau begehrt ist.
NOY – franz: NOYER  / dt: NUßBAUM
Die Farbe ist braun, die besten Qualitäten stammen aus Frankreich und dem Kaukasus. Verwendung findet es hauptsächlich für Möbel, im Orgelbau und für die Schäfte hochwertiger Jagdwaffen. Dichte 0,65 – 0,75.
OL – franz: OLIVIER / dt: OLIVE
Gilt als das Holz des Mittelmeerraums. Wahrscheinlich wegen des Alters mancher Bäume gilt es dort als Symbol der Ewigkeit. Es ist sehr hart, seine Farbe ist braun mit dunkelbrauner Maserung. Dichte 0,8 – 0,9.

OS – franz: OS  / dt: KNOCHEN
Knochen  und Hirschhorn sind wahrscheinlich die ältesten Materialien für Messergriffe. Der Wadenknochen von Rindern wird am häufigsten verwendet. Wegen der höheren Dichte und weil Rinder heute häufig an Osteoporose leiden, bevorzugen wir für unsere Produktion Kamelknochen. Giraffenknochen verwenden wir aus Artenschutzgründen nicht. Knochen ist weiß. Seine Porigkeit wird durch die Schnelligkeit des Wuchses und die Stärke des Bleichvorgangs bestimmt. Wir bleichen lieber schwach und erhalten gern kleine Reste des natürlichen Fettanteils in den Knochen, weil dadurch die Porigkeit minimiert und gleichzeitig der natürliche Alterungsprozeß während des Gebrauch erleichtert wird. Während dieses Prozesses changiert die Farbe hin zu einer leichten Transparenz und einer elfenbeinartigen, manchmal gelblichen Farbe.

OSG – franz: OS DE GIRAFFE  / dt: GIRAFFENKNOCHEN
Giraffenknochen findet im Messerbau häufig Verwendung. Aus Artenschutzgründen verwenden wir ihn in unserer Fertigung nicht mehr. Er kommt bei uns nur noch in früheren Serien vor, sowie bei Messern aus befreundeten Manufakturen, die ältere Bestände abarbeiten. Giraffenknochen läßt sich ausgezeichnet stabilisieren und zudem lassen sich bei den verschiedenen Etappen der Stabilisierung unterschiedliche Farbpigmente einsetzen. Das Resultat sind gefestigte Rohstoffe mit unverwechselbaren Farbstrukturen, die sich nicht wiederholen lassen und dadurch Einzelstückcharakter besitzen.
PA – franz: PALISSANDRE  / dt: PALISANDER
Palisander ist der Handelsname für diverse Holzarten von Bäumen der Gattung Dalbergia. Das deutsche Wort ist aus dem Französischen entlehnt und das stammt wiederum aus einer Mundart Guyanas. Es besitzt eine rötlichbraune Farbe, ist sehr dicht und seit Jahrhunderten ein hoch bewertetes, tropisches Edelholz ua für Musikinstrumente und den Möbelbau.
PAL – franz: PALMIER  / dt: PALMENHOLZ
Palmholz ist eine in der Kunsttischlerei geschätzte Holzart von hoher Dichte aus Afrika. Die Farbe ist ein dunkles, fast schwarzes Braun.
PI – franz:  PISTACHIER / dt: PISTAZIE
Ursprünglich in Vorder- und Zentralasien heimisch, wird Pistazie heute auch im Mittelmeerraum und Nordamerika angebaut. Das Holz ist dicht und besitzt eine grünbräunliche Farbe mit hellem Splintanteil.
PO – franz:  POMMIER / dt: APFELHOLZ
Apfelholz wächst selten wild. Sein feines Holz ist hart, dicht, oft drehwüchsig und von gelblich-rötlicher Farbe. Es läßt sich gut bearbeiten, drehen, schnitzen und polieren. Dichte 0,7 – 0,8.
PRU – franz: PRUNIER  / dt: PFLAUME, ZWETSCHE
Das Holz besitzt eine rotbraune Farbe, die mit zunehmendem  Alter nachdunkelt. Es ist so hart und dicht, daß es sich sogar für sehr hochwertige Blasinstrumente eignet.
SER – franz: SERPENT / dt: SCHLANGENHOLZ
Der deutsche Name ist irreführend, denn er kann mit AMOURETTE verwechselt werden, das in Deutschland auch SCHLANGENHOLZ genannt wird. Der lateinische Name ist  Marmoroxylon Racemosum, seine Herkunft ist Guyana. Das Holz ist sehr hart und widerstandsfähig, die Farbe hat einen ockerfarbenen Grund mit unregelmäßigen, dunkelbraunen Flecken/Streifen.
STA – franz: STAMINA  / dt: STAMINA
Ein aus mehreren Lagen verleimtes und stabilisiertes Schichtholz. Durch Einfärben der Kunstharze erreicht man unterschiedliche Farben.
TEK – franz: TECK  / dt: TEAK
Teak ist ein unempfindliches, tropisches Holz mit einer Dichte von 0,45 – 0,72. Es findet vor allem im Schiffs- und Möbelbau Verwendung.
THU – franz: THUJA  / dt: THUJA
Thuja, auch Lebensbaum, ist ein immergrünes Mitglied der Zypressenfamilie. Das wertvolle Kernholz ist braun und besitzt eine markante Punktstruktur.
VIO – franz: VIOLETTE  / dt: VEILCHENHOLZ
Unter der Bezeichnung "Veilchenholz" oder "Königsholz" wird in Deutschland Holz der Palisanderart Dalbergia cearensis gehandelt. Das Holz hat eine violette Farbe mit schwarzen Streifen und einen deutlichen Geruch nach Veilchen. Beheimatet ist es in Südamerika, Sumatra und Madagaskar. Der Baum wird bis zu 15 m hoch, das Holz ist hart und schwer.

ZI - franz: ZIRICOTE / dt: ZIRIKOTTE Die Ziricote, lat. Cordia dodecandra, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kordien aus Mittelamerika und wird dort Ziricote und Siricote genannt. Der Baum liefert ein hartes, dunkelbraunes Holz, das vor allem als Klangholz im Musikinstrumentenbau verwendet wird.